Danilo (ex Coddy)

Guten Morgen!

Danilo benimmt sich großartig dafür, dass er noch keine 24 Stunden

bei uns ist. Zugegebermaßen hatte ich mit Schlimmerem gerechnet. ;)

Die Autofahrt war okay, er hat zwar zwischendurch gejammert und

gefiept, aber so schrecklich war es für ihn denke ich nicht.

Wir üben jetzt ganz langsam, denn Autofahren würde ihm nur Vorteile

bringen. Vorallem die Freilauffläche hier in Weetzen wäre für ihn ideal.

Eingezäunt und gesichert, da er erstmal noch Schleppleinenhund sein wird,

wäre das für ihn eine tolle Gelegenheit sich frei zu bewegen!

Hier angekommen ging er erstmal über Tisch und Bänke, der junge Mann

war wohl tatsächlich noch nie so richtig in einer Wohnung. Aber er hat

schnell begriffen, dass Sofa und Tisch keine adäquaten Plätze sind und hat

sein Hundebett entdeckt und sich sehr schnell hineingelegt (wofür er

selbstverständlich überschwänglich belohnt wurde!).

Nach ein paar Stunden Ruhe sind wir dann rausgegangen (er ließ sich

sogar mit Bestechung ein Geschirr anziehen - das finde ich besser als ein

Halsband, wenn er an die Schlepp kommt) und das Fazit nach zwei Stunden

Spaziergang: Jogger und Radfahrer sind egal, bei anderen Hunden muss man erstmal

schüchtern sein, Hasen und Enten sind spannend, aber nicht so dass man

hinterher muss. Viel befahrene Straßen sind nicht schlimm, aber was

bitteschön sind Fußwege?

Er ist sehr aufmerksam und achtet auf mich. Zum Glück ist er auch

bestechlich - mit Lob und Leckerlies lernt er sehr schnell.

Als ich gestern das erste mal den Raum ohne ihn verlassen habe, fing er

an zu jammern (da waren wir gerade zwei Stunden hier!), aber auch die

Verlustangst (oder Kontrollverlust, das kann ich noch nicht genau sagen)

werden wir in den Griff kriegen.

Dann hat er abends noch ausgiebig mit meiner Schwester gegämmelt (die

ich dann doch bremsen musste, damit sie ihn nicht doch aus Versehen

ängstigt).

Die erste Nacht war völlig ruhig (der Tag war für ihn ja auch lang).

Was soll ich sagen? Er ist toll!

Gerade liegt er im Hundebett und gämmelt mit seinem Tau. Alles im

grünen Bereich.

Ich halte Euch weiter auf dem Laufenden,

 Caro :)

18.04.11 

Hallo!

Nachdem ich gestern von einer Freundin eine aufgeregte E-Mail bekam in der sie mir erzählte, dass sie Nilo auf der Website der Liga Pro Animale unter den Glückspilzen gefunden hat, war ich überrascht und sehr erfreut zu erfahren, wo er herkommt. Da nutze ich die Gelegenheit einen Bericht zu schreiben, wie es Nilo in den letzten 226 Tage ergangen ist und mehr über seine Vergangenheit zu erfragen.

Danilo (nur noch Nilo gerufen) ist ein sensibler, neugieriger und blitzgescheiter Hund, der mehr und mehr aus sich herauskommt und seine fröhliche, alberne und schlitzohrige Seite zeigt. Seine ängstliche Seite hat er größtenteils abgelegt, nur in sehr überfordernden Situationen, zeigt er sie noch, aber das sind Dinge (große und laute LKWs oder Betrunkene z.B.), mit denen wir gut Leben und ihnen aus dem Weg gehen können. Hundebegegnungen sind inzwischen kein Problem mehr, er ist zurückhaltend, aber angemessen und gerät auch bei aufdringlichen Hunden nicht mehr in Panik, sondern weist den anderen kurz zurecht und alles ist in Ordnung.

Der kleine Müllschlucker würde sich wenn er dürfte immer noch alles reinziehen, aber wenn ich es rechtzeitig sehe (ja, wenn...), lässt er es und staubt lieber bei mir etwas Essbares ab. Er ist ja nicht doof und öffnet das Maul gaaanz langsam, gaaanz weit um den Pferdeappel zu nehmen und schielt mich an, bis ich was sage und kommt freudestrahlend auf mich zu getrabt - er weiß genau wie's geht! Er testet mich sowieso ganz gerne mal und probiert sich aus, benimmt sich dabei manchmal so babyhaft, dass ich zwischendurch glaube, dass er vielleicht noch keine knappe vier Jahre alt ist (?).

Damit sein Genie nicht darin ausartet mich zu veräppeln oder seine eigenen Wege zu gehen, wird er gefordert um seinen Grips anzustrengen, Impulskontrolle zu lernen und seine überschüssige Energie körperlich ausleben zu können. Wir fahren gerne Rad, gehen zur Hundeschule, probieren uns im Dummytraining, haben auch mal Mantrailing gemachtt und haben jetzt erst ein paar Agility-Geräte kennengelernt. Da war ich sehr überrascht wie toll er das gemeistert hat, vorallem bei der gruseligen Wippe war ich erstaunt - er ging sofort drauf und blieb auch, als sie in der Mitte sich dann senkte, zwar bohrten sich die Krallen fest, aber er war super tapfer und war ganz toll! Ich denke, dass er daran seinen Spaß haben wird.

Im Moment ist in Niedersachsen Brut- und Setzzeit angesagt, das bedeutet Leinenpflicht. Nilo und ich nutzen das um an seinen Jagdambitionen zu arbeiten, bzw. gegen seine Jagdambitionen etwas zu tun. Also läuft er regelmäßig an der Schleppleine, denn der Herr stöbert unheimlich gerne und bei dem Wildvorkommen und den Jungtieren gerade, möchte ich nicht, dass er doch mal Erfolg hat oder ein Nest ausräumt, zutrauen würde ich es ihm. Da nutzen wir die Zeit und üben, üben, üben. Er bekommt aber seinen Freilauf, er braucht es zu rennen, sich auszutoben, das kann ich ihm an der Schlepp in der Form gar nicht bieten.

Übrigens klappt Autofahren mitlerweile gut, er erzählt nur viel dabei. Er bleibt problemlos alleine und den ersten Tierarztbesuch zum einfach mal kennenlernen, hat er auch gut gemeistert.

Insgesamt bin ich mehr als zufrieden mit ihm und uns als Team, er hat sich so großartig entwickelt und ist Lebensfreude pur! Ich mag das kleine Schlitzohr nicht mehr missen und bin überglücklich ihn hier zu haben - gerade liegt er vollgefressen im Hundebett und schläft.

Ich würde mich unglaublich freuen mehr über seine Vergangenheit zu erfahren!

Viele Grüße,

Caro mit Nilo

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